Else trifft Heinrich

Oder verliebt in die Liebe

Ein Flirt über zwei Jahrhunderte in Gedichtsform verspricht dieser ganz besondere Abend.

Die Schauspielerin Giulietta Odermatt hat Gedichte einer grossen deutschen Dichterin, Else Lasker Schüler und dem grossen deutschen Schriftsteller und Journalisten Heinrich Heine zusammengestellt. Begleitet wird sie von Ben Jeger, der schon mehrmals literarische Abende im Theater Delly begleitet hat.

Programmzettel

«Wenn wir uns ansehn,
Blühn unsere Augen.

Und wie wir staunen
Vor unseren Wundern – nicht?
Und alles wird so süss.

Von Sternen sind wir eingerahmt
Und flüchten aus der Welt.

Ich glaube wir sind Engel.»
Else Lasker Schüler

Else trifft Heinrich ist ein musikalisch-lyrischer Abend, ein Rendezvous durch Zeit und Raum hindurch, der eine grosse deutsche Lyrikerin mit einem der grössten deutschen Schriftsteller vereint. Eine Art Flirt aus Klängen, Worten, Sprachbildern, verfasst in zwei verschiedenen Jahrhunderten. Was Else Lasker Schüler und Heinrich Heine verbindet, ist die jüdische Abstammung, also Teil einer zumeist misstrauisch bis feindselig betrachteten Minderheit zu sein, die Erfahrung des Exils und die Fähigkeit, das Glück und die Schmerzen von Leidenschaft und Liebe in mitreissenden Versen zu beschwören.

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«Wenn ich in deine Augen seh,
So schwindet all mein Leid und Weh;
Doch wenn ich küsse deinen Mund,
So werd ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn an deine Brust,
Kommt‘s über mich wie Himmelslust.
Doch wenn du sprichst: ich liebe dich!

So muss ich weinen bitterlich.»
Heinrich Heine

Else Lasker Schüler

Elisabeth „Else“ Lasker-Schüler (geboren am 11. Februar 1869 als Elisabeth Schüler in Elberfeld; gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem) war eine deutsche Dichterin und Zeichnerin. Sie gilt als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus
in der Literatur.

1933 floh sie vor dem Naziregime erst nach Zürich, wo sie längerfristig wie viele Jüdinnen und Juden in dieser Zeit keine sichere Bleibe fand. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen. 1939 reiste sie dann nach Jerusalem, in das damalige britische Mandatsgebiet. Dort war sie nicht glücklich, ihr war, wie vielen Autor*innen mit dem Exil die Sprache abhanden gekommen. 1945 starb sie, schon länger krank nach einem Herzanfall.

Heinrich Heine

Christian Johann Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; † 17. Februar 1856 in Paris) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Er gilt als einer der letzten Vertreter und zugleich als Überwinder der Romantik, machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine zuvor nicht gekannte, elegante Leichtigkeit. Die Werke kaum eines anderen Dichters deutscher Sprache wurden bis heute so häufig übersetzt und vertont. Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war Heine ebenso bewundert wie gefürchtet. Im Deutschen Bund mit Publikationsverboten belegt, verbrachte er seine zweite Lebenshälfte im Pariser Exil.

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