Harolde und Maude - 7.11.25

Die Schauspielerin Silvia Jost und der Schauspieler Adrian Fähndrich haben am Freitag, den 7. November die Lesereise 2025/26 mit einer Lesung aus dem Roman Harold und Maude des amerikanischen Schriftstellers, Filmregisseurs und Drehbuchautoren Colin Higgins eröffnet.

Der junge Filmstudent Colin Higgins schrieb «Harold und Maude» für ein Drehbuchseminar. Das Skript gelangte auf Umwegen zu einem Filmproduzenten und wurde 1972 von dem Regisseur Hal Ashby verfilmt. Der Film erlangte nach einem eher schwierigen Start bei Publikum und Kritik Kultstatus. Gleichzeitig brachte Higgins «Harold und Maude» als Theaterstück und als Roman heraus.

Programmzettel 

«Harold Chasen stieg auf den Stuhl und legte sich die Schlinge um den Hals. Er zog sie zu und prüfte den Knoten. Er würde halten. Er sah sich im Zimmer um. Leise spielte die Musik von Chopin. Der Briefumschlag war auf dem Schreibtisch platziert.
Alles war bereit. Er wartete. Draussen fuhr ein Wagen in die Einfahrt und hielt. Harold hörte, wie seine Mutter ausstieg. Mit der Andeutung eines Lächelns stiess er den Stuhl um und fiel mit einem Ruck ins Leere.»

Der neunzehnjährige Filmstudent Harold, den gesellschaftlichen Zwängen seiner sehr wohlhabenden Familie unterworfen, hat ein Faible für alles, was mit dem Tod zu tun hat. Er inszeniert immer wieder makabre Sterbeszenen, um seine dominante und etwas lieblose Mutter dazu zu bringen, ihre distanzierte und lieblose Haltung ihm gegenüber zu ändern. Seine Autos hat er zu Leichenwagen umgebaut, er besucht mit Vorliebe Beerdigungen. Alle Versuche seiner Mutter, ihn
zu einem geachteten Abkömmling seines Standes zu machen, scheitern an seiner Widerborstigkeit. Dann trifft Harold auf einer dieser Beerdigungen die 79-jährige Maude, die ähnliche Neigungen wie er zu haben scheint. Und damit beginnt eine der aussergewöhnlichsten, schönsten und herzerwärmenden Beziehungen zweier ganz unterschiedlicher Menschen. Und der Tod, der bisher eher skurilles Schauspiel im Leben von Harold war, wird plötzlich ganz real.

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Colin Higgins

Colin Higgins wurde am 28. Juli 1941 als Sohn einer Australierin und eines Amerikaners auf Neukaledonien (einer Insel mitten im Pazifik, die zu Frankreich gehört) geboren. Den grössten Teil seiner Kindheit verbrachte er in einem Vorort von Sydney. In den späten 50er Jahren zog die Familie nach Kalifornien.

Higgins studierte Englische  Literatur in Stanford, Kalifornien und an der Sorbonne in Paris, nahm Schauspielunterricht in New York und arbeitete zeitweise als Schauspieler. Ende der 60er Jahre studierte er an der Filmhochschule von Los Angeles. Seine Abschlussarbeit «Harold and Maude» wurde 1971 in der Regie von Hal Ashby verfilmt, war ein Überraschungserfolg
und wurde später zum Kultfilm.

Colin Higgins schrieb sechs weitere Film-Drehbücher, zumeist Komödien, die mit großen Hollywood-Stars verfilmt wurden und auf dem Kinomarkt erfolgreich waren. Teilweise führte er dabei selbst Regie.

1988 starb er in Beverly Hills an Aids.

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