Wo chiemte mir hi?

Eine Lesereise, die  Dialektliteratur zum Thema, kommt an dem Berner Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti nicht vorbei. Die Schauspielerin Silvia Jost, begleitet von der Musikerin  Christine Hasler wird am Freitag, den 5. März 2027 einen Abend mit dessen Mundartgedichten gestalten.

Wo chiemte mer hi?
Wo chiemte mer hi
Wenn alli seite
Wo chiemte mer hi
Und niemer giengti
Für einisch z’luege
Wohi das mer chiem
We me ging

rosa laui
so rosa
wie du rosa
bisch
so rosa
isch
kei loui süsch

O rosa loui
Rosa lou
I wett
So rosa
Wär ig ou

«Wo chiemte mer hi?» ist ein literarisch-musikalischer Abend, eine Einführung und Wiederentdeckung der berndeutschen Gedichte und Miniaturen des Berner Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti. Auch wenn er die Mundartlyrik nicht erfunden hat, so hat er sie doch aus der Heimatecke herausgeholt und mit neuer Kraft gefüllt – oft gerade auch in seinen einfach erscheinenden Gedichten.

Kurt Marti hat in seinen Gedichten ganz unterschiedliche Themen, Beobachtungen und Gedanken verarbeitet. Naturbeobachtungen, politische Ereignisse, Kunst und Themen aus seinem beruflichen Umfeld, der reformierten Kirche. Einige werden mit einem verschmitzten Lächeln präsentiert, in allen Gedichten ist aber ein fast kindlich anmutendes Staunen über diese manchmal schöne, manchmal seltsame, manchmal finstere Welt spürbar.

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Kurt Marti

Kurt Marti wurde 1921 in Bern geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bern, das er  zusammen mit Friedrich Dürenmatt absolvierte, studierte erst Jura in Bern, wechselte dann zum Theologiestudium, zuerst in Bern, dann in Basel, dort geprägt von Karl Barth. Nach einem Jahr als Gefangenenseelsorger in Paris wurde er Pfarrer in verschiedenen Gemeinden,  u.a. in Niederlenz bei Lenzburg und später an der Nydeggkirche in Bern. 1950 heiratete er  Hanni Morgenthaler, das Paar hatte drei Söhne und eine Tochter.

Seit den 1950er Jahren veröffentlichte er neben theologischen und  publizistischen Texten  auch literarische Werke, zum Teil auch im Berner Dialekt.  Daneben engagierte er sich politisch u.a. gegen Atomwaffen und  Atomkraftwerke und war Mitbegründer der entwicklungspolitischen Organisation «Erklärung von Bern». Wegen dieser Haltung wurde ihm eine Professur an der Universität Bern vom Berner Regierungsrat verweigert.

Er war Mitbegründer der Gruppe Olten, erhielt mehrere Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Literaturpreis des Kantons Bern (1967 und 2010), den Johann-Peter-Hebel-Preis (1972) sowie den Kurt-Tucholsky-Preis (1997). Kurt Marti verstarb 2017 in Bern.

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